die nächsten Artikel

   7 Entschlüsselgeschichten  ( Mt 16.13-20)

   6 Raus aus Gier  (Mk 8,22-26)

   5 Frei sein  (Gal 5,1+13-18)

   4 Mann und Frau  (Eph 5,21-33)

   3 Mann und Frau (Gen 21,8-24)

   2 Eifersucht  - Kain und Abel

   1 Bereschit - (Im Anfang?) im Prinzip - im Grund - In der Hauptsache  (Gen 1)


7.   Ent - Schlüssel - Geschichten                          Mt 16,13-20

   Angesichts von Caesarea Philippi, der Bastion fremder Welt- und Kolonialherrschaft, fragt

   Jesus, wen "die Leute" = die anaschim für den Ben-Adam halten. Anaschim  sind die Ab-

   kömmlinge von Enosch, dem 3. nach Adam, bei dem es keine persönliche Beziehung zu

   Gott - wie bei Adam und dem Adamssohn Scheth -  gibt. Man posaunt den Gottesnamen

   raus und benutzt ihn (Gen 4,26). Deswegen gibt es die Anashim nur in der Mehrzahl, als

   "Leute" oder als "man". Man tut, was andere tun, man glaubt was andere glauben.

   Den Adams-Sohn gibt es immer nur in der Einzahl, als Individuum mit sehr persönlicher

   Beziehung zu einem sehr persönlichen Gott.

  "Die Leute" - auch "die Priester"  glauben schon, daß es den Adamssohn mal gab,

   in der Figur von Jermias oder sonst einem toten Propheten, vielleicht auch von Johannes

   dem Täufer - aber auch der ist ja nicht mehr unter den lebenden Zeitgenossen. So glauben

   wir womöglich auch an einen Christus,den es vor Jahrtausenden mal gab, der im Himmel

   ist, vielleicht sogar in einem Franziskus als "alter Christus" = zweiter Christus noch mal

   erschien.

   Auf solchem Hintergrund sagt Peter zu Jesus "Du bist für uns Maschiach, von Gott mit Freude

   und Auferstehung gesalbt" -  und Jesus revanchiert sich und sagt "Und Du bist mein Peter

   rechem, meine Erstgeburt, mein Öffner des Erbarmens. Und für mich hast Du die Öffner zum

   Himmel. Und ein Bund, den Du auf Erden schließt, das ist auch ein Bund im Himmel. Und

   was du auf Erden lockerst,entkrampfst, erlöst, das ist es auch im Himmel."

   So hat der Mensch als Adamssohn, als Individuum ein persönliches Gegenüber, zu dem er

   "Du" sagt. So heißt es im Anfang der "10 Gebote" auch "Da wo ich Dich frei mache aus

   Mizraim, aus der Welt von Angst und Zwang und Fremdbestimmung, da hast du doch keinen

   fremden Gott".

   Der Peter - so heißt er in der biblischen Sprache - hat keine Himmelsschlüssel. In biblischer

   Sprache gibt es keine "Schlüssel" von "schließen", sondern nur "Öffner"( von patach). Und für

   den Himmel braucht man keine Öffner, denn der steht für alle offen. Aber für uns braucht

   es Öffner, weil wir so arg zur Verschlossenheit neigen. Und weil wir lieber was ausforschen

   als uns dem öffnen, was sich uns offenbaren möchte.





   6. Raus aus der Gier nach Beute                           Mk 8,22-26

   Jesus kommt mit seinen Jüngern nach Beith-Zaida - Beuteheim. Da bringt man einen

   verblendeten Menschen zu ihm, daß er ihn anrühre. Und Jesus nimmt  den Blinden bei der

   Hand und führt ihn erst mal aus diesem Dorf raus. Dann reibt er ihm Speichel auf die Augen,

   legt seine Hand darauf und fragt ihn:  ma roeh atah - Was siehst du? Der Geblendete blickt

   auf und sagt: ich sehe die Menschen wie Tote oder auch wie wandelnde Bäume. Da legt ihm

  Jesus noch mal die Hand auf die Augen. Und da öffnen sich seine Augen, er ist geheilt und

  sieht alles in Beziehung zueinander. Und Jesus schickt ihn in sein Haus und sagt: Geh ja

   nicht mehr in dieses Beutedorf.

  

  
  5. Frei sein                             Gai 5,1+13-18

   Frei sollen wir sein - darum hat uns der Messias befreit. Also steht hin, laßt euch nicht aufs

   Neue ins Joch der Knechtschaft spannen..Zur Freiheit seid ihr berufen, ihr Lieben. Nicht,

   daß ihr die Freiheit mißbraucht, eure niederen Gelüste auszuleben. Nein, die Freiheit ist:

   laßt einander gelten  in aller Liebe. Die ganze Bibel steckt doch in dem Wort: Liebe deinen

   Gegner wie dich selbst.

   Wenn ihr andere beißt und freßt - dann werdet ihr doch auch selbst gebissen und gefressen.

   Was ich meine ist: lebt aus dem Geist, der alles verbindet, dann verfallt ihr nicht der Gier der

   Einseitigkeit. Das Materielle begehrt auf gegen das Geistige, das Geistige gegen das Materielle.

   Beide Seiten kämpfen in euch und machen euch abhängig.

   Wenn ihr euch aber von dem wahren, von dem alles verbindenden Geist leiten laßt, ja, dann

   seid ihr wirklich frei.


   4.MANN UND FRAU            Eph 5,21-33 (Auszug)

  Habt Achtung voreinander! Ihr Frauen achtet eure Männer als etwas Herrliches - wie euren

  eigenen Kopf.   Ihr Männer liebet eure Frauen und pflegt sie, daß keine Flecken und Runzeln

  an sie kommen. Laßt sie heil und schön sein und liebt sie wie euer eigenes Fleisch.

  Es schneidet sich doch wohl niemand ins eigene Fleisch!

  Und der Mensch  verläßt Vater und Mutter und verbündet sich als Mann und Frau - und die

  beiden werden ein Fleisch.

  Das ganze ist ein großes Geheimnis.  Ich für mein Teil verstehe es auf Christus und die Kirche.

  Für euch aber gilt: ein jeder liebe seine Frau wie sich selbst - und eine jede ehre ihren

  Mann wie ein wahres Wunder.



  3. MANN UND FRAU            Gen 21,8-24

  Spricht Elohim Ha-Schem, Gott der Gegenwärtige: es ist gar nicht gut, daß der Adam, der

  Mensch, eine Echad, eine Einheit in sich selbst ist. Ich will ihm ein hilfreiches Gegenüber

  machen, eine eser kenegdo, eine die ihm Wort und Antwort gibt.

  Und Gott der Gegenwärtige gestaltet aus der Adama, der dem Gottesstoff, all die Tiere des

  Feldes und all die Vögel des Himmels. Die führt er dem Menschen vor und ist gespannt, wie

  der Mensch mit ihnen spricht.

  Und der Mensch? Er katalogisiert all die Lebendigen, alle Tiere des Feldes, alle Vögel des

  Himmels. Ein Gegenüber, ein hilfreiches findet er nicht.

  Da läßt ihn Gott, der Gegenwärtige, in einen tiefen Schlaf fallen, und er nimmt eine ganze

  Seite von ihm und schließt die Stelle mit Fleisch, mit Botschaft.

  Und aus der Seite des Menschen gestaltet Gott, der Gegenwärtige die Frau und führt sie

  zum Menschen. Und der Mensch jubelt: Das ist sie! Bein von meinem Bein, Fleisch von

  meinem Fleisch! Die soll Ische heißen, denn aus dem Isch ist sie genommen, weibliches

  Feuer von männlichem Feuer.

  Nun. Bis heute löst sich der Mann und Frau von Vater und Mutter und hängen sich aneinander.

  Sie werden ein Leib und Leben.

  Und Mensch und Frau, beide sind nackt voreinander und schämen sich ihrer Blößen nicht.


  



  2. EIFERSUCHT                     KAIN UND ABEL

  Adam wohnt seiner Chawa bei. Sie wird schwanger und gebiert den Kajin. Denn sie sagt:

  jetzt habe ich meinen Mann gekauft mit JHWH's Hilfe - und diesen Jungen will ich eifersüchtig

  hüten. (Kajin heißt "gekauft" und "Eifersucht".) Sie hört aber noch nicht auf mit Gebären und

  gebiert den Häwel, Kajins Bruder. Häwel wird ein Hüter der Herden, Kajin wird ein Erdmann,

  ein Maulwurf.  

  Nach etlichen Tagen bringt Kajin von der Frucht der Erde JHWH ein Mincha, einen Dank.

  Auch Häwel, ja auch er bringt von seiner Hut, und zwar vom besten  ("vom Fett"). Und JHWH

  wendet sich dem Mincha Häwels zu. Auf Kajin und sein Mincha achtet er nicht.

  Da eifersüchtelt Kajin sehr, und er verzieht sein Gesicht nach unten. Da spricht JHWH mit

  Kajin und sagt: zu was eifersüchtelst du und zu was hängst du den Rüssel ra? Ist es nicht

  so: DU bist es,der bestimmt,, was für dich gut ist und was nicht... Die Sünde lauert immer

  an deiner Tür und will dich.  Aber du kannst ihrer Herr werden.

  Das sagt Kajin seinem Bruder Häwel. Und auf freiem Feld fällt Kajin über seinen Bruder

  Häwel her und schlägt ihn tot.                                                       (Gen 4,1-8)


ANMERKUNGEN:

  Adam = Ich gleiche (Wem? : Gott, aber auch allen Geschöpfen - bis hin zum Wurm)

Chawa ("Eva") = Mutter des Erdenlebens

  Kajin = Kaufmann und Gekaufter, bei dem alles seinen Preis hat. Die Krämerseelen halten

  das Gelobte Land besetzt (das Land "Ka(j)naan"), sie sind es auch, die Jesus rauspeitscht

  aus dem Tempel. Auch: Eifersucht

  Häwel ("Abel") = Zähltnicht, Federleicht. Er kommt als Dummling in unseren Märchen vor.

   Vgl.auch den kleinen Häwelmann. Häweln gibt es auch  im Deutschen, es ist soviel wie

  tändeln. Dieser gewichtslose Häwelmann ist aber ein Hüter.

  JHWH ist der zweite von den 72 Gottesnamen der Bibel. Jeder Name hat natürlich seine

  eigene Bedeutung. JHWH - man kann ( nicht man darf ) diesen Namen nicht aussprechen,

  auch nicht übersetzen, allenfalls erzählend umschreiben - er bedeutet etwa:. Er, der Jen-

  seitige, ist vollständig gegenwärtig auch im Diesseits.

  Wenn Moses an dem brennenden Dornbusch nach Gottes Namen fragt, nennt Gott sich

  EH'JEH - Ich bin ich. Und dann sagt er zu Moses:  Und du zieh deine Schuhe aus! Dasheißt

  in unserer abstrakten Sprache: Du sei du - dann können wir miteinander reden. Steh auf

  deinen eigenen Füßen.

  Mincha = einer von 7 Wegen, Gott nahe zu kommen. Wir benutzen unterschiedslos den

  heidnischen Begriff Opfer dafür. Mincha ist das Gefühl der Dankbarkeit, wie es einem k

  kommt, wenn ein erfüllter Tag sich neigt.

  Es geht  hier überhaupt nicht darum, herauszubekommen, warum Gott das eine Mincha

  beachtet und das andere nicht. Wichtig ist: wie gehe ich damit um, akzeptiert zu sein, be-

  achtet zu werden oder nicht.

  Bei Eifersucht habe ich meinen Schwerpunkt, meine Seele außer mir, bin nicht ich selbst.

  Wer in sich ruht, kennt keine Eifersucht und keine Rechthaberei.

  


   1  BERÉSCHIT -IN DER HAUPTSACHE oder - VOR ALLEM oder IM URSPRUNG


  - so fängt die Bibel, die Heilige Schrift an, die man nicht übersetzen kann, sondern nur erzählen.

  Béreschit bará ELOHÍM et haschamajim we et haaretz.

   In der Hauptsache schöpft ELOHIM Gott Himmel UND Welt. Die Welt für sich allein ist Tohuwa-

  bohu, Finsternis überm Abgrund. Aber auch: Geist Gottes, brütend über den Fluten.

  Spricht ELOHIM: Licht! Und da ist das Licht. Und Elohim trennt zwischen Licht und Dunkel.

   Das Licht nennt er Tag, das Dunkel Nacht. Und es wird Abend und Morgen - das ist der Tag

   Eins, der EINE Schöpfungstag der alles in sich enthält.    Und ELOHIM sieht ihn gut.

   Aus diesem einen Schöpfungstag gehen dann alle anderen wie seine Kinder hervor.

  Der zweite Schöpfungstag bringt die Trennung der "Wasser oben" von den "Wassern unten".

  Dazwischen spannt ELOHIM die rakia, die "Ausdehnung". Wasser ist gleichzusetzen mit der Zeit.

  Es gibt also zweierlei Zeiten - und das bestätigt ja auch unser Gefühl. Die untere, horizontale Zeit

  strömt nur so dahin, für sich allein dem Abgrund zu. Sie entspricht den 4 Strömen, wenn sie  das

  Paradies, den einen Quell, verlassen haben und sich in der Welt verlieren.

  Die obere Zeit steht senkrecht, besser aufrecht dazu. Hier ist alles geballt und gleichzeitig da,

  so wie etwa im Traum. oder wenn man mal ein rechtes Glück erlebt. Da ist dann alles da,  

  Vergangenes  und Kommendes sind die Flügel des Gegenwärtigen.

  Der dritte Tag bringt die Mikwe, die Sammlung der unteren Wasser. Mikwe ist Taufe und hängt
  
   mit  Tikwa, Hoffnung zusammen. Auftaucht das Trockene, hier ist das Grüne, die Gegenwart,

  hier wachsen die zwei Bäume aus einer Wurzel: Baum des (doppelten) Lebens und Baum des

   Wissens und der Beweise von Gut und Böse.

  Diese drei Tage bilden das dreifaltige Urmuster aller Schöpfung: (Von rechts nach links):

                                          2.                                                      1.

                             Wasser oben und unten                   Licht/Feuer

                                                                       3.

                                                      Gesammelte Wasser

                                                              das Trockene

                          Nach diesem Muster fölgen die nächsten drei Tage:

                                              5.                                                      4.

                           Fische und Vögel                              Sonne, Mond und Sterne

                                                                       6.

                                                                die Tiere
  
                                                               der Mensch

                  Und das Ganze wird umfaßt und zusammengehalten von

                                                                       7.

                                          dem Sabbat, der großen göttlichen Ruhe